- Man soll treffend, lebendig, klar und knapp schreiben oder auch korrekt konkret und spontan.
- Nach Psychologen gibt es vier Standardregeln:
- Einfachheit: kurze Sätze
- Gliederung/Ordnung: übersichtliche Texte
- Kürze/Prägnanz: gedrängt formulieren
- Stimulanz: direkte Rede, zum Mitdenken
- Man soll korrekt, verständlich, gut und interessant schreiben. Dabei wird es in dieser Liste zum Ende hin immer schwieriger. Interessant zu schreiben setzt nach Schneider weder gutes noch korrektes Deutsch zwangsläufig voraus.
- Weg mit den Adjektiven! Misstrauen gegen nur schmückende Beiwörter und Argwohn gegen das Adjektiv überhaupt, mit der Nutzanwedung: den Text auf irgend entbehrliche Adjektive durchsehen, jedes gestrichene als einen Gewinn betrachten und ein schlechtes Gewissen gegenüber jedem Satz haben, der mehr als ein Adjektiv enthält.
Beispiel S.44
- Her mit den Verben! Aber Misstrauen gegenüber:
- Funktionsverben: Bekenntnisse ablegen, in Vorschlag bringen
- Spreizverben: vergegenwärtigen, beinhalten
- tote Verben: sich befinden, liegen, es gibt
- Verben auf -ieren: sondieren, stabilisieren
- der falsche Imperfekt: ,,Jumbo stürzte ab``. So redet niemand, also sollte es vermieden werden.
- das leidige Plusquamperfekt:
- Nach einem Sprung in die Vorzeitigkeit nicht beim Plusquamperfekt bleiben, sondern zum Imperfekt wechseln.
- Doppelte Vorzeitigkeit unterlassen: So hatte die Reise begonnen; aber noch bevor die Koffer gepackt gewesen waren...
- Der Aufbau einer Nachricht darf nicht zu immer weiteren Sprüngen in die Vergangenheit führen
- Plusquamperfekt wird manchmal auch vollkommen falsch verwendet: Der Ausbrecher war gestern verurteilt worden.
- das ärgerliche Passiv: Beispiel S.50
- der ungute Infinitiv: falsch ist: die Erlaubnis, den Sitzungsaal betreten zu dürfen.
schlecht ist: zu können, zu dürfen, zu wollen, zu sollen.
- ,,Verben verstecken`` ist das bei weitem dümmste Spiel, das man mit der Sprache treiben kann.
Das Verb tritt immer an prominenter Stelle auf.
Niemals sollten wir ein Substantiv verwenden, wo ein Verb denselben Dienst versieht.
- Weg mit den Tarnwörtern! Kernkraftwerke sind Unsinn. Man sollte von Atomkraftwerken sprechen.
- Kein Schwulst! Rücksichtnahme vs. Rücksicht, vorrangige Erfordernisse vs. Das Dringendste.
Silbenschleppzüge sind unanschaulich, schwerverständlich und uninteressant. Je kürzer ein Wort, desto rascher trifft es seine Sache und unseren Sinn.
Beispiel S.57
- Weg mit den Anglizismen! Administration, Technologie, Netzwerk
- Vorsicht mit Synonymen! Nicht Abwechslung, nur Wiederholung schafft Verständlichkeit.
Man soll den Leuten nicht die vernünftige Erwartung austreiben, daß jemand, der etwas anderes sagt, auch etwas anderes meint.
Das treffende Wort ist fast nie ein Synonym.
Beispiel S.69/71
- Weg mit den Marotten! Ein Musikverleger untersuchte, ob sich mit der ,,Internationalen`` noch Geld verdienen lasse.
Der Verleger prüfte die kommerzielle Melkbarkeit der roten Litanei.
Frühschöppner Höfer, Brandt-Schatten Gaus, Queen-Schwester Prinzessin Margaret
-
Anzahl
Wörter Warum?
9 Obergrenze für optimale Verständlichkeit nach dpa
7-14 Obergrenze für gesprochene Sprache
12 Durchschnittliche Satzlänge in BILD
17 Durchnitt im Johannes-Evangelium
Durchschnitt in den Buddenbrooks
18 Durchschnitt in der WAZ
20 Obergrenze des Erwünschten bei dpa
30 Obergrenze des Erlaubten bei dpa
31 Durchschnitt im Dr. Faustus
Kurze Sätze sind meistens verständlicher und lesen sich oft angenehmer als lange Sätze - jedenfalls als solche Sätze, die verschachtelt und überfrachtet sind.
Das Optimum an eingängigen und attraktivem Deutsch lässt sich durch einen lebhaften Wechsel von mäßig kurzen und mäßig langen Sätzen erzielen.
- Hauptsachen in Hauptsätze! Ein Hauptsatz sollte eines der folgenden Elemente enthalten:
- eine Nachricht
- einen Wechsel der Betrachtungsweise
- eine Erläuterung dessen, was der vorherige Satz mitgeteilt hat
nicht: Sintflutartige Regenfälle haben heute im Rheinland Polizei und Feuerwehr in Atem gehalten.
Im Festsaal herrschte gähnende Leere.
Die Eskalation der Gewalt in Italien hat erneut fünf Todesopfer gefordert.
sondern: In Italien sind bei Terroranschlägen wieder fünf Menschen ums Leben gekommen.
- Hauptfeind: der Schachtelsatz! Das Haus, das an der Straße, die nach Göttingen führt, liegt, wird abgerissen.
Partizipial-Konstruktion, Nominalgruppe, Einbettung, Klemmkonstruktion S.94
- Die Kunst des Ausklammerns S.102f
- Aus einem Zwischensatz einen angehängten Nebensatz machen
- Umstandsangaben anhängen (und zwar, nämlich, das heißt ...)
- Partizip und Auxiliar zusammenfassen
- Verb vor die Präpositionalphrase
- Zerschlagung des Satzes mit einem Doppelpunkt
- Subjekt vor Objekt! Wir wollen lineare, konsekutive Sätze - Sätze, in denen eines aus dem anderen folgt, ohne Vorgriffe, Rückbezüge und logische Knoten;
Sätze, in denen sich die Wörter nach romanisch-englischem Modell aufreihen wie Perlen auf der Schnur.
Sätze wie Pfeile: Jedes Wort und jedes Satzglied sollen nicht nur räumlich auf das vorige folgen, sondern auch logisch, hierarchisch, chronologisch oder psychologisch.
- Verständlichkeit
Optimale Verständlichkeit Gutes Deutsch
Geläufige Wörter Unverbrauchte Wörter
Kleiner Wortschatz, wenige Großer Wortschatz, viele
verschiedene Wörter verschiedene Wörter
Gängige Redensarten Keine Redensarten
Nie Ironie Ironie am rechten Platz
Vertraute Bilder Neue Bilder
Das Optimum an Aufmerksamkeit und oft ein tieferes Verständnis lassen sich jedoch erzielen, wenn man die Erwartungen von Hörern und Lesern mäßig verletzt und ihrem Verstand eine mäßige Anspannung zumutet.
- Notwendiger Überfluss! um so mehr Redundanz:
- je komplizierter das Thema ist
- je gleichgültiger den Lesern das Thema ist
- je träger oder müder sie sind
- je enger ihr Erfahrungshorizont ist
- je niedriger ihr Erwartungshorizont liegt
- Einbruch mit der Verneinung
Jede Verneinung ist ein Problem; die doppelte Verneinung ist eine Katastrophe.
Möglichkeiten, nein zu sagen:
direkte Verneinung: außer, kein, nicht
integrierte Verneinung: falsch, Flaute, Mangel
durch Vorsilben: a-, dis-, in-
durch Nachsilben: -frei, -los
- Statt des Knäuels die Tabelle
- Die verschenkte Interpunktion
sparsam umgehen mit: ! ... : () - -
,,erfreuliche Satzzeichen``: - : ? ;
- Vorsicht mit Metaphern: Tief in der wirtschaftlichen Großwetterlage, Pirellis Gewinnprofil ist abgefahren
- Wie ist ein interessanter Text beschaffen:
- enthält etwas Neues, oder einen neuen Aspekt
- ist lehrreich und unterhaltend
- ist anschaulich (prall von Sinneseindrücken)
- beschreibt einen Vorgang, keinen Zustand
- mündet in eindeutiger Aussage (in einem Satz)
- Einfangen und Weichen stellen: Wenn der Leser die Hürde des ersten Satzes nicht nimmt, ist er für den Text verloren.
- Wie man korrekt schreibt
Achtung: Konjunktiv, Deklination S.200, Kasus in Appositionen